The Juke Joint Pimps im Kulturzentrum Sinsteden am 22.06.08

Über dem Innenhof des Kulturzentrums Sinsteden und ca. 60 Bluesbruncher/innen und auch einigen Nurwastrinkenden grummelte und grollte und schwärzelte der Himmel immer mehr und dort auf dem Kopfsteinpflaster passierte fast das gleiche, nur die Juke Joint Pimps ließen es auch noch richtig mächtig krachen!

Die Pimps, das sind Michael Wagner alias Mighty Mike am Standschlagzeug, Rassel, Waschbrett, Harp, Megaphon, Zwischentönen, Gesang und humorigen Ansagen und Tilman Michalke alias T – Man an zwei verschiedenen preiswerten, aber nicht billigen Gitarren. Die beiden spielen außerdem noch zusammen mit drei Kollegen bei den Silvertones, T – Man auch noch bei Little Roger & The Houserockers.

Die beiden machen Blues, rauh, ungehobelt, unpoliert, ruppig, krachig, rumblig, verzerrt, humorig, oft slidig, für Zwölftaktästeten ungeeignet, Bluespolizeilich sehr bedenklich, also richtig gut.

Vergleichen kann man sie mit den Mississippi Rauhbluesern T-Model Ford, R.L.Burnside oder Hound Dog Taylor oder den französischen Bands Stinky Lou & The Goon Mat feat. Lord Bernardo und der Bo Weavil Blues Band.

Das erste Set fand noch vor einem kurzen ein paar Regentropfenintermezzo statt, in der Pause packten dann fast alle Hörer/innen und die Band an und trugen das Equipment und Dach und Fach, das zweite und dritte Set spielte sich also dort ab, außerdem noch unter Balken, die sich aber nicht bogen.

Wir hörten jede Menge Lieder ihrer CD Boogie Down The House – Juke Joint Style wie Red Wine oder Dick Shake und u.a. noch einige Klassiker aus dem Sch(r)e(ä)nken Chicagos und Mississippis: rezept- und zuzahlungsfreie und gute Laune verbreitende Musik.

Ihre Versionen von Dust My Broom oder I Can`t Be Satisfied oder Rollin` And Tumblin ` klangen erfrischend anders als von diversen anderen Bands, entkernt bis auf das Wesentliche, der Elmore James Titel Dust My Broom ist schon im Original ein Knaller, aber bei den beiden groovt das noch mehr wie Sau und brettert aus den Boxen, das man um die Membranen fürchten muss.

Mighty Mike verkündete zwischendurch noch eine Predigt über die Church Of Blues: die zuhörenden Gäste verhielten sich wie in der Szene im Blues Brothers Film als James Brown predigt: also Zustimmung schreiend und klatschend und johlend und T-Man bediente neben seiner Gitarre noch die Bass Drum.

Bei einem Stück quälte Mighty Mike die Töne seiner Harmonika durch ein Megaphon, boah, was für Geräusche.

So einen Sonntagvorundmitundfrühennachmittag könnte ich öfter gebrauchen, also Mitleser/innen, spielt die Band bei euch in der Nähe, natürlich auch abends, verpasst sie nicht, das ist Blueskultur der ursprünglichen Art.

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