Loreena McKennit und Band in der Philipshalle in Düsseldorf am 27.03.2007

Vorab dieses: Ich habe die Musik von Loreena McKennit zum ersten Mal in einem Musikladen in Chicago Downtown gehört, bei Tower Records. Das war bei einem 14 tägigen Besuch im September 1998 in der Metropole am Lake Michigan, die fast nur dem Blues in der Windy City gewidmet war, fast!

Meine Kumpel Roland, Thomas und ich rasten förmlich zum Dj des Tower Records Laden Sounds an diesem Nachmittag und frugen nach Interpretin und Titel, es war The Highwayman von ihrem Album “The Book Of Secrets.“ Was für eine unglaubliche Stimme, was für ein göttlicher Sound, wir waren hin und weg.

Zwei CDs waren danach unser Eigentum, Preis zusammen ca. 24 $.

Nun ins Jetzt: Im Jahre 2007 berappte ich 71,65 EURO, um diese göttliche Musikstilmischung mal live und in Farbe zu konsumieren.

Für 71,65 EURO kann ich mich sehr amtlich besaufen oder zu zweit was viel leckeres beim Italiener essen und trinken und einzweidrei Absacker trinken oder knapp zwölf Kilo Segafredo Zanetti in Venlo bei Marijke und John kaufen als dunkle, flüssige Kaffeebohnendroge.

Ich zog für diesen Preis die Droge Musik vor und legte das Geld in die Hände einer 10 köpfigen Band.

Nach der Einlasskontrolle, den Einlasser interessierte nur ob ein Fotoapparat am Mann oder Frau war wegen Fotografierverbot, gab es von einer charmanten Dame ein Konzertprogramm und ein professionelles Lächeln.

Der Gang zum Merchandisingstand war wegen des Andrangs dort sehr beschwerlich, auch die Preise waren schwerlich, CD 20 €, T – Shirt 20 €, DVD 30€. Nix für mich.

In der Halle gab es wie im Kino Platzanweiserinnen, sehr nett und hilfsbereit.

Der Sitzplatz!! (es gab nur Sitzplätze) Block D Reihe 4 Platz 4, ca. 70 Meter von der Bühnenmitte entfernt, sehr gute Sicht. Ich klopfte mir auf die Schulter: gut ausgesucht Herr Fröhmer….. und kein 2,20 Meter großer Catcher saß vor mir und auch keine 2m große Sumoringerin. Die Bühne war sattblau gestaltet wie das Cover ihrer CD „An Ancient Muse“, mit eben sattblauen Stoffbahnen und sanft flackerndem Licht, das etliche Kerzen ausstrahlten.

Ab 20.05 Uhr breitete sich dann ein Klangerlebnis in der Phillipshalle aus, in das jeder Zuhörer eingewickelt und gefangen wurde. Es gibt beim autogenen Training eine Übung, die nennt sich “Sonnengeflecht strömend warm“.

Es geht darum sich vorzustellen, dass sich im Bauchraum die Sonne befindet und der Übende Wärme im Gebiet Bauch und Magen verspürt. Bei mir breitete sich das Sonnengeflecht ab 20.08 Uhr im ganzen Körper aus, der Trip begann.

Die Reise ging vom Orient zum Okzident, nach Irland, Griechenland, in die Türkei, Mongolei und nach China.

Die neunköpfige Band begleitete Loreena magnificent, perfekt, grandios, einfach gnadenlos gut.

She moved through the fair, das erste Lied, ein Jahrmarkt der Gefühle.

Im ersten Set überwogen Stücke aus „The Book Of Secrets und An Ancient Muse“, in Verbindung mit je einem Stück aus den Alben „Elemental und The Mask And Mirror“.

Zwischen jedem Lied bedankte sich Loreena auf deutsch beim völlig hingerissenen Publikum und stellte vor dem letzten Lied vor dem little break die Band vor, tosender Applaus kam als Antwort.

Und dann entschuldigte sie sich bei the audience on the right side, da sie durch den oberen Bogen ihrer Harfe die genannten nicht sehen könne, aber sie denke an sie während des Liedes!!

So, nach dem Runterkommen vom Worldmusictrip ging ich in mich und kam zu dem Ergebnis, dieses Konzert werde ich in meinem Restleben nicht mehr vergessen.

In der gleichen Qualität wie im ersten Set ging es nach der Pause in die nächste musikalische Weltreise.

Hier hörten wir auch drei Stücke aus ihrem Album „The Visit“, unter anderem Santiago, das Loreena mit umgehängtem Akkordeon mit einigen eingesprungenen Rittbergern verzierte und Mr. Hugh Marsh, der Violinist, bekam Szenenapplaus  für ein famoses Solo.

Die anderen fantastischen Musiker möchte ich euch Lesern natürlich auch noch vorstellen: Caroline Lavelle – Cello, Tal Bergman – Drums, Ben Grossman – Hurdy Gurdy und Percussion, Rick Lazar – Percussion, Brian Hughes – Gitarre, Oud, Celtic Bouzouki, Donald Quan – Viola, Keyboards, Accordion, Tim Landers – Bass und Sokratis Sinopoulos an der Lyra und Greek Lute.

Mit Never Ending Road verabschiedete sich die Band von den nun nicht mehr zu haltenden Zuschauern, standing ovations und Jubelrufe ließen die ehrwürdige Halle erbeben.

Fazit: Ein „schöneres Konzert“ habe ich in meiner 35 jährigen Konzertzeit noch nicht gehört und gesehen, faszinierend!

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