Gov´t Mule in der Live Music Hall in Köln am 08.11.2009

Bei diesem Konzert war ich ohne Photoapparat, deshalb ein Blid vom 2014er Auftritt in Hannover

Gov`t Mule!

Was sagen uns diese beiden Worte? Folgendes: kein heute gespieltes Konzert gleicht dem vorherigen oder dem nächsten oder übernächsten. Bezeichnen sie, das so gut wie alle Blues -, Reggae -, Rock- und Soul relevanten Musikstile mit Jazz – und Gospeleinsprengseln pur gespielt werden oder ganz oder teilweise jamartig vermischt? Drücken sie aus, das die vier beteiligten Musiker eine musikalische Einheit bilden? Heißt das aber auch solistisch auf höchstem Niveau?

Antwort: Ja, Ja, Ja und Ja!

Warren Haynes an den Gitarren und am Mikro und Matt Abts am Schlagzeug sind seit Anbeginn in der Band, Danny Louis an den Keyboards ist seit 2003 dabei, den Sound noch variantenreicher zu gestalten und Jorgen Carlsson ist bassmännisch seit diesem Jahr in die Band integriert.

In der Zuschauertechnisch ziemlich ausgelasteten Live Music Hall in Köln starten um 20 Uhr und 5 Minuten diese Jamrockklassiker den Trip durch die obengenannten U – Musikkategorien, und das Ganze bekommt zwischen den Tönen auch mal immer wieder einen Psychedelictouch.

„Brand New Angel“ ist die erste Antwort auf die Frage: was steht heute auf der Setliste?

Es bluesrockrifft mächtig nach vorne, Warren ist sehr gut bei Stimme, sie hat hier in diesem speziellen Fall auch das gewisse kratzige Element, das wertet den Song noch mehr auf, die Keyboards klingen auch sehr schön dreckig….Matt und Jorgen solidarisieren sich natürlich Instrumententechnisch, ein Auftakttakter im wahrsten Sinne des Wortes, die Temperatur im Gov`t Mule Soundkochstudio war sofort optimal.

„Steppin` Lightly“ funkt so oder so, auch in die Halle, die ist jetzt schon äußerst bewegt. Um meinen Standplatz herum wiegen sich etliche Muleheads im Takt des von der Bühne vorgegebenen.

„Larger Than Life“ von der 1998er CD/LP Dose geht riffgewaltig in den Hardsouthernrockbereich, mit einigen feinen Tempowechseln, dabei werden mehrere Mulekompositionen in diesen Song integriert. Danny spielt hier auch mal Gitarre mit, wechselt dann wieder zu den Tasten; Matt`s präzises Schlagen und Hauen, auch mit leisen Zwischentönen, und Jorgen antwortet Warren mittendrin im Wechselspiel.

Das Stück hat wohl eine Spielzeit von einer halben Stunde, GRANDIOS!

„No Need To Suffer“ ist anschließend wieder so ein Riffgewitter: Warren`s Saitengewitter unterbrochen immer wieder von der Saitenruhe vor dem Sturm, fesselnd, einfach beschreibbar als meisterlich und wieder das Lob auch natürlich an Danny, Jorgen und Matt: tosender Applaus vom Publikum, das Spektrum reicht hier vom Teenie bis zum pensionierten Rocker.

Und dann folgen etliche Haareaufstellminuten für mich, mein Favorit der neuen Platte „By A Thread“, das Highlight: „Railroad Boy“. Was für eine Hymne…..das wird eine, da bin ich sicher, alle Trademarks des Southernrocks sind vorhanden, nix vergessen, ich bin völlig begeistert.

Der „Thorazine Shuffle shuffelt“ und wird öfter mit harten Gitarrenbreaks bereichert, das knallt.

Pause!

Nochmal für Nicht Muleheads: alle Stücke von Gov`t Mule besitzen ein musikalisches Grundgerüst, aber das wird improvisatorisch in alle Richtungen ausgedehnt, Riff zwo drei vier und die Jamsession ist in ihrem Element.

„Broke Down On The Brazos“: erstes Stück der neuen Platte. Ein Boogiestampfer allererster Güte, eröffnet das zweite Set der Jungs, das bollert in alle Ecken und groovt in die Runde und nach dem verdienten Applaus grinst Warren sich einen, er ist wohl auch begeistert von den Reaktionen vor ihm, er geht in seinem Spiel völlig auf und wieder mal, die drei Jungs hinter und neben ihm auch, das Zusammenspiel ist einfach ein Traum.

„Slackjaw Jezebel“ von ihrer 2004er Platte „Deja Voodoo“ ist das nächste im Set: diesmal treibt Danny den Boogie nach vorne, Warren gibt immer die passenden Antworten und beim „32/20 Blue“s passiert das auch, nur führt uns Dannys Pianospiel diesmal Richtung New Orleans, Warren antwortet auf Southernbluesart.

„So Weak, So Strong“ psychedelisiert uns danach in die 60er, viel Wah wah und eine jetzt völlig unverkratzte Stimme von Warren sorgt für die Erinnerungen an selige Zeiten, damals, anschließend sorgt Matt für mal dezentes, mal brachiales Zwischendurchmal auf die Pauke und Kessel und Becken hauen.

So gegen Ende hören wir noch von ihrer ersten Platte „Mule“, das ist die mit dem Esel in die amerikanische Flagge auf dem Cover gewandete: ein Rocker mit zahlreichen Breaks und Riffs.

Nach zwei einviertel Stunden verabschiedet sich die Band von uns, aber eine viertelstündige Zugabe gibt`s noch hinterher und zwar das auch sehr hymnische, herzergreifende „Soulshine“, mit dreckiger Orgel angereichert und wieder einem Solo auf Warren Haynes Gibsonart.

Das war`s.

Der Railroadboy aus Hilden fuhr mit der Erkenntnis nach Hause: das kannste wohl nicht toppen, das war so gut wie ihre neuen und die älteren Songs und live gibt`s dann immer noch eine Schüppe drauf und dabei…..Mulehead Volker!

1st Set:
Brand New Angel
Steppin‘ Lightly
Larger Than Life > If 6 Was 9 > Larger Than Life
Kind Of Bird
No Need To Suffer
Railroad Boy
Monday Mourning Meltdown
Thorazine Shuffle

2nd Set:
Broke Down On The Brazos
Slackjaw Jezebel
32-20 Blues
So Weak
So Strong > Drums-Solo
Brighter Days
Like Flies
Mule

Encore:
Soulshine

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