Ron Hacker und Band im Cafe Crossroad Olen/Belgien am 29.09.2006

Ron Hacker& The Hacksaws waren angesagt, eine Band aus San Francisco, die Armin und ich schon vor einiger Zeit in unsere Bluesherzen schlossen und nicht wieder rausließen, denn Ron und seine Hacker spielen ziemlich deftigen und slidigen Blues, genau unsere musikalische Kragenweite. Norbert schloß sich uns noch an und wir drei Bluesfreaks schoben an von Bedburg Richtung Antwerpen.

Die Band sollte im Willem Tell Bluesklub in Sint Lenaarts kurz vor Antwerpen antreten, so unsere Info. Aber das war wohl nix. Wir kamen dort an und kein Hacker Ron weit und breit zu sehen, Bühne leer.

Der Wirt erklärte uns das wir wohl nicht am richtigen Ort sind und wusste aber zufällig wo die Sause stattfinden sollte: im Cafe Crossroad in Olen, ca 40 km entfernt. Er erklärte uns den Weg dorthin und glücklich sahen wir am Eingang das Konzertplakat, hier waren wir richtig.

Um kurz vor 22 Uhr trudelten wir dort an und ein, bezahlten 5 !! € Eintritt und wurden ob unserer unbelgischen Sprache von Wirt Dirk auf englisch begrüßt. Drei Bier gekauft und erstmal die Kneipe inspiziert. Wir waren begeistert. Sehr liebevoll eingerichtet mit zahlreichen Memorabilien aus der Welt des Blues und Rock. Einfach klasse!

Ca. 60 Zuschauerinnen und Zuschauer befanden sich im Lokal und warteten auf den Blues. Um 22.10 Uhr ging es dann los.

Ron Hacker hatte nicht seine Band aus den USA dabei, sondern die Begleitung bestand aus der Marcel Scherpenzeel Band.

Der Gitarrist Marcel Scherpenzeel ist ein niederländischer Klassemann  und dort in der Bluesrockszene eine große Hausnummer und, für mich noch ganz besonders, ein beinharter Rory Gallagher Fan. Live kannte ich ihn von einem Konzert einige Jahre zuvor in Wuppertal im „Wirtschaftswunder“, das Kleinod für Blues im bergischen Land. Leider unbekannt sind mir die Namen der tighten Schlagzeugerin und des Baskenmützen Bassmanns….den sah ich aber ein halbes Jahr später als Gitarrist in der Band von James Harman und Gene Taylor im Spirit of 66 in Verviers und konnte mir wieder den Namen nicht merken. Beim dritten Mal klappts dann, versprochen.

Die erste Viertelstunde hakte im Zusammenspiel des Vierers noch etwas, ich nehme an, die haben nicht viel zusammen proben können.

Und dann ging die Post ab. Bis ca. 01.00 Uhr. Ron spielte den Blues! Und wie! Mr. Hacker sang mit seiner brüchigen Stimme davon, nicht mit kleinen Frauen zu tanzen und big brown eyes zu lieben.

Yank Rachell war sein Vorbild und wurde von ihm geehrt mit dem Stück Yank Told Me. Auch die Herren Hooker mit einigen Boogies und King, Albert mit dem Mambo für Albert. Die Rhythmusmaschine war nach den obengenannten 15 Minuten warmgespielt, Ron Hacker und Marcel Scherpenzeel schmissen sich die Riffs zu, fingen sie gekonnt auf und ohne Firlefanzgegniedel ging es ab, sie zelebrierten die Hohe Kunst des Gitarrenblues aus Californien und auch aus den Niederlanden.

Immer öfter stülpte sich Mr. Hacker ein Edelmetallröhrchen auf den Ringfinger und slidete den Blues ins Auditorium. Was für Geräusche diese Technik bei mir erzeugen kann……meine eher wenigen Nackenhaare tanzten Pogo und meine Armbehaarung gänste Haut.

Technisch, selig und taktisch meisterlich was da von der Bühne und nachher auch einige Male vor ihr auf unser niederblueste, Inbrunst und tiefe Verehrung für diese Musik inbegriffen.

Mijnheer Scherpenzeel steuerte ein zwei und drei und mehrere gefährliche Solis bei, ein Genuß…..

Und: die Band spielte immer besser zusammen, es passte und dafür gab es verdienten Applaus.

Zum Schluß verabschiedete sich die Band mit einem furiosen Boogie vom begeisterten Publikum, zu diesem Zeritpunkt brannten etliche Zuhörerlampen heller als die Tresenbeleuchtung, also lichterloh. Ich wollte mir noch ein T – Shirt des Cafe Crossroad kaufen und bekam eines geschenkt.

Ein Sweatshirt! Danke! Auch dafür.

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